Borrowed Time – A Western Short-Film by Two Pixar Animators

Von Borrowed Time habt ihr vielleicht in den vergangenen Tagen bereits im Internet gehört, ich möchte es mir aber auch nicht nehmen lassen, den Kurzfilm im Blog zu verewigen. Dieser stammt von zwei Pixar-Animatoren, die den emotionalen Western in ihrer Freizeit neben ihrer Arbeit an Inside Out und Brave produziert haben.

Man liest jetzt häufig im Kontext dieses Films, dass Pixar mehr Filme für Erwachsenen produzieren soll oder dass Animation auch ein Genre für reife Geschichten sein kann. Pixars Kurzfilm-im-Film zu Beginn von Wall-E wird auch immer als Beweis dafür angesehen, dass die Produktionsfirma auch dark™ sein kann. Aber muss es immer dark sein, damit es für Erwachsene genießbar ist? Sicherlich nicht, wie Inside Out bewiesen hat (wobei ich auch argumentieren würde, dass dieser Film in seiner Gesamtheit wesentlich finsterer empfunden werden kann als Wall-E). Komplexe Themen können sowohl für Erwachsene als auch Kinder spaßig sowie ernst aufbereitet werden. Zumal ich die Unterstellung, dass Erwachsene unbedingt düstere Unterhaltung konsumieren wollen, nicht haltbar finde.

Anyway, was ich aus diesem Vorschlag höre ist der Ruf nach einem Animationsfilm, der ausschließlich für ein erwachsenes Publikum gedacht ist. Da frage ich mich aber: Hat denn niemand Anomalisa gesehen? Wie auch immer, Borrowed Time ist ein fantastischer Kurzfilm, der alles hat. Runde Animationen, reiches Charakterdesign, tolle Regie und Musik von dem grandiosen Komponisten Gustavo Santaolalla (The Last of Us).

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Podcast-Empfehlung: Heavyweight

Reue ist eines der stärksten Gefühle des Menschen und symbolisiert wie keine zweite Emotion unser schwieriges Verhältnis zum Verlauf der Zeit. Man erinnert sich nachts kurz vor dem Einschlafen an eine peinliche Situation und fragt sich, wie man so dumm sein konnte. Man möchte sich nur noch unter der Decke verkriechen. Oder noch schlimmer: Wenn man plötzlich merkt, dass man eine andere Abfahrt im Leben hätte nehmen können/sollen und nun den bisherigen Weg zutiefst bereut.

Doch wie das chinesische Sprichwort “Der beste Zeitpunkt, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt.” schon sagt, kann man immer wieder sein Leben rumreißen oder diese eine nervige Sache endlich geraderichten. Jonathan Goldstein hilft dabei. In seinem neuen Podcast Heavyweight agiert der Radiomoderator (u.a. This American Life) als “Therapeut mit einer Zeitmaschine” und hilft Leuten dabei, diese Probleme aus der Welt zu schaffen.

Heavyweight ist ein bedeutungschwangerer, aber auch höchst treffender Titel. Es geht um menschliche Themen mit schwermütigen Figuren in schwierigen Lebenssituationen. Im ersten Podcast hilft er seinem Vater bei dem Versuch der Kontaktaufnahme mit dessen Bruder nach über vierzig Jahren. In den anderen Podcasts geht es um Themen wie sexuelle Identifikation, Familie sowie Diskriminierung und in einem anderen um die Frage, was wir machen, wenn wir an einem Moment im Leben ankommen und merken, dass der große Durchbruch nicht mehr kommt. Alles drei Folgen sind hoch emotional, fantastsich produziert, witzig und Goldstein ist ein toller Erzähler und er baut seine Geschichten mit Exzellenz auf. Ich kann den Podcast nur wärmstens empfehlen.

Hier die ersten drei Episoden, die mich alle drei zu Tränen rührten. Obwohl ich generell eher nahe am Wasser gebaut bin, hatte dies zuvor noch kein Podcast geschafft. Goldstein gelingt direkt ein Hattrick. Danke an Christian Alt für den Hinweis.

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Review: Fear The Walking Dead S02E11

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© AMC

Fear The Walking erweitert seine in die Länge gezogene 2. Staffel um eine weitere Episode. Diese beginnt einen neuen Handlungsstrang, führt ein paar neue Figuren ein, baut Beziehungen zwischen den Figuren aus. Was Serien eben so machen. Begeisterung? Fehlanzeige.

Ist es tatsächlich so weit gekommen, dass die bloße Entscheidung, das Hotel zu sichern und als Unterschlupf auszubauen, Grund genug für Begeisterung ist? Die Messlatte für Fear the Walking Dead-Episoden, die nicht vor oder nach Sendepausen ausgestrahlt werden, ist inzwischen so niedrig angesetzt, dass es mir wohl so scheint. Immerhin arbeiten nun plötzlich Figuren zusammen, finden Gefallen aneinander, helfen und verstehen sich – es ist, als ob plötzlich ein Ruck durch das Autorenzimmer ging und man sich dazu entschied, dass es jetzt Zeit ist, ein Umdenken bei den Figuren zu initiieren.

Denn bis dato ist Fear The Walking Dead bestenfalls eine Ansammlung von Momentaufnahmen ohne Leitgedanken. Fear The Walking Dead hat keine Vision.

The Walking Dead war revolutionär. Auch wenn sich Robert Kirkmans Comic zuerst an den typischen Romero-schen Abziehbildchen abarbeitete, erreichten zuerst der Comic und später dann die Serie im Mainstream einen Punkt, an dem etwas Neues begann. Noch nie zuvor hat eine Zombie-Geschichte in serieller Narration so detailliert und vielfältig erörtert, was es bedeuten würde, in dieser Nachwelt zu überleben und auf welche Kosten. AMCs Adaption des Comics ist in diversen Punkten scharf zu kritisieren, aber dieser Aspekt lässt sich nicht von der Hand weisen.

Können wir das Gleiche von Fear The Walking Dead behaupten? Robert Kirkmans Spin-Off stellt diese existenzphilosophischen Fragen aktuell kaum in den Vordergrund und wenn, dann wandert die Serie nur in den Fußstapfen der Schwesterserie. Dabei hatte die Serie nette Ansätze in der kurzen 1. Staffel gesetzt. Doch elf Folgen später herrscht Verwunderung. Hat Fear The Walking Dead eine Vision? Besitzt die Serie ein ultimatives Ziel? Inwiefern, außer von den semi-religiösen Ansätzen und dem Setting in Mexiko, unterscheidet sich das Spin-Off von The Walking Dead nochmal? Und noch wichtiger: Muss es das überhaupt?

Die 11. Folge namens Pablo and Jessica ist schon so lieblos tituliert, dass sich die Erörterung einer Antwort fast erübrigt. Nick strauchelt in La Colonia (Der Name bleibt das bisherige Staffelhighlight) und kann sich anpassen, doch seine Transformation ist nicht inspiriert von einer tatsächlichen Entwicklung des Charakters, sondern eher vom Wechsel des Settings. Zunächst schenkte er Celia viel Glauben im Staffelfinale, um später dem Kult des Apothekers beizutreten. Dieser offenbart Nick, dass seine verheilte Bisswunde ein Wunder ist. Nick hingegen scheint sich nicht wirklich dafür interessieren, trotz seiner Teilhabe an der “Messe” in der vorangegangen Folge. Dies ist beispielhaft für die Fokussierung der Serie auf bedeutungsschwangere Momente, die jedoch weder ordentlich aufgebaut, nachverfolgt noch durchdacht sind. Es sind Momentaufnahmen einer eigentlich interessanten Welt, die es jedoch nicht gibt. Sie ist Schall und Rauch, genau wie das Wunder des Apothekers.

Immerhin versucht Nick (Frank Dillane) seinen verfuschten Drogendeal aus der vorletzten Episode von Fear the Walking Dead zu retten. Dabei schließt er engere Verbindungen mit anderen Figuren – doch bedeutet dies etwas für ihn als Mensch? Wir erfahren es nicht. Wohin führt dies? Wahrscheinlich zum Tode seiner Nächsten, sodass Nick einen Rückfall durchlaufen darf. Hat denn auch nur ein Zuschauer ernsthaft das Gefühl, dass diese Kolonie eine Zukunft bietet? Dass diese Figuren, die die Serie mit viel Sendezeit aufbaut, langfristig wichtig werden?

Ebenso sinnlos wirkt die Säuberung des Hotels. Man verstehe mich bitte nicht falsch. Es geht nicht darum, dass The Walking Dead seinem Spin-Off durch vorangegangene, ähnliche Plot-Elemente den Wind aus den Segeln nimmt – wie das eventuell noch zunächst bei der Ankunft an Celias Farm zu befürchten war. Es geht darum, was Fear The Walking Dead mit dem Hotel aussagen will. Weder nimmt man sich der Urlaubsästhetik an, noch versucht man irgendwelche Themen zu erarbeiten. Klar, die Figuren arbeiten nach anfänglichem Zögern schnell miteinander zusammen, sind nützlich und kommen sich näher, aber die Intensivierung dieser Momentaufnahmen, als zum Beispiel Strand in einem musikalisch großartig untermalten, hoch emotionalen Moment die Braut des Bräutigams erlösen geht, offenbart das Fehlen einer Vision der Serie.

Ebenso werden Momente aufgebaut und spannend visuell in Szene gesetzt, nur um sie uninteressiert aufzulösen. Zwei Folgen nach dem Shaun of the Dead-Cliffhanger erfahren wir nun, dass sich auch Strand (Colman Domingo) und Madison mit der Zombieschminke aus der Affäre stehlen konnten. So oft, wie die Serie dieses Bild (*hust* Plot-Device *hust*) einsetzt, könnten wir fast von einem Leitmotiv sprechen. Doch ist das nur der Wunsch eines Comic-Lesers, der verzweifelt die Anfänge der Storyline der Whisperer erkennen möchte oder könnte dort mehr zu entdecken sein? Nicks einzigartiges Verhältnis zu den Zombies wäre für die Serie doch ein gefundenes Fressen. Stattdessen aber ist seine ambivalente Haltung gegenüber der Welt für andere Figuren nur ein pragmatischer Kniff, um aus brenzligen Situationen zu fliehen. Und das sehr oft.

Das alles muss nicht heißen, dass Fear The Walking Dead nicht zu guten Episoden im Stande ist. Oder dass alle Folgen schlecht sind. Oder dass The Walking Dead erheblich besser ist. Oder dass wir das nicht trotzdem unterhaltend finden können. Aber ultimativ können wir uns immer wieder bei der Schwesterserie an einem Leitgedanken orientieren und erkennen, woran die Serie interessiert ist. Und darüber diskutieren.

Von was also will Fear The Walking Dead erzählen? Zombie-Haien?


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Review: Fear The Walking Dead S02E08

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Die Sommerferien sind vorbei, auch für die Zombies beginnt wieder der harte Teil des Lebens. In der 1. Folge von Fear The Walking Dead nach der Pause haben sie aber noch gar nicht so viel zu tun. Das ist auch nicht weiter schlimm, die Folge braucht sie nicht.

Die gute Nachricht zuerst: Fear the Walking Deads Grotesque ist eine gute Folge. Sie ist sogar so überraschend gut, dass sie nach dem versauten Midseason-Finale wie ein Gegengift funktioniert. Statt engen Räumen sehen wir weite Landschaftsaufnahmen, in denen die Figuren untergehen. Statt mehreren Figuren mit unterschiedlichen, gegensätzlichen Interessen folgen wir nur Nick durch Mexiko. Statt einer Fülle an bedeutungsschwangeren Handlungssträngen reduziert Drehbuchautorin Kate Barnow (House of Cards, True Blood) den zentralen Überlebenskampf zu einem Kampf von Mann gegen Natur. Bis auf wenige Momente, die man angesichts dieser überraschenden Frische ausblenden kann, funktioniert diese Kehrtwende phänomenal. Lediglich die Erkenntnis, dass Grotesque die Ausnahme von der Regel ist, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.

Die Aufteilung der Gruppe im Finale ergibt eine einzigartige Situation für das The Walking Dead-Universum. Schon bevor die Farm (erneut) in Flammen aufgeht und Walker verbrennen, flüchtet Travis (Cliff Curtis) voller Verzweiflung mit seinem Sohn. Strand und Madison, die sich um Ofelia und Alicia kümmern, sind ebenfalls auf sich alleine gestellt. Das Mysterium um Daniels Tod bleibt in der Folge erhalten, doch es ist zu bezweifeln, dass sich die Serie selbst eines so starken Schauspielers wie Rubén Blades in der 2. Staffel bereits beraubt. Bitter muss diese Splittergruppe mitansehen, wie Nick in seinem Zombie-Make-up inmitten der wandelnden Untoten verschwindet. Und so ergibt sich ein besonderes Szenario, das sowohl Mutterserie als auch Spin-off viel zu selten nutzen: Wir folgen Nick für den Großteil der Episode beim Herumwandern durch die einsame Apokalypse.

Ganz alleine ist er nicht, aber er sucht die Einsamkeit. Zu Beginn der Folge hinterlässt er die letzten Kontakte zur Farm und beginnt eine spirituelle Reise inspiriert von Celias Zombiephilosophie. Diese führt ihn durch weite Landschaften, die Regisseur Daniel Sackheim mit vielen Totalen gut in Szene setzt und dabei Nicks physischen und emotionalen Zustand sehr gut einfängt: Er ist einsam und will es nicht anders. Angelehnt an die Reise nach Mexiko in Red Dead Redemption ist auch dieser Fußmarsch stimmig mit Jose Gonzalez’ Musik untermalt. Nick verschwindet hier in den Aufnahmen der Natur, eine interessante Parallele zu einem Eintauchen in die Naturgewalt der Zombies.

In der Nacht wird er von einer Mutter angegriffen, in deren Unterschlupf er es sich unbewusst gemütlich gemacht hat. Er könnte sie leicht überwältigen, wählt aber die Flucht, weil er das verängstigte Kind der Mutter nicht erschrecken will. Nick wurde von Beginn an als kinderfreundliche Seele gezeichnet und daher ist diese Flucht ins Ungewisse, ohne Proviant, für ihn die klare Wahl – und auch Bestrafung, da er als reuiger Drogenabhängiger die Unschuld der anderen Überlebenden bewahren will.

Ohne Wasser und Essen ist er gezwungen zu plündern. Er nimmt Gandalfs Rat an, nur bei Tag zu reisen, vergisst jedoch, von den Straßen fernzubleiben. Die Überreste eines Autounfalls macht er sich zunutze und findet ein bisschen Wasser und ein Radio, das ihm aber keine neuen Informationen bringt. (Eine Randnotiz: Wieso legt er die Flasche wieder weg, anstatt sie mitzunehmen und hoffentlich irgendwo wieder aufzufüllen? Es ist ein sehr kurzer Moment, den man leicht übersehen kann, aber es sind diese “instinktiv falschen” Handlungen, die einen aus der Immersion reißen und die Figuren in Fear the Walking Dead unnötigerweise dümmer dastehen lassen, als sie sind. Besonders bei dem sonst so einfallsreichen Nick kann man dies nicht als Dummheit der Figur verklären.) Doch das Radio bringt ihm Ärger. Ein Trio aus mexikanischen Drogengorillas entdeckt ihn und schickt ihn nach einer kurzen, aber spannenden Szene in die Wildnis. Sackheim bleibt in der Verfolgungsjagd ganz nah an Nick und kreiert dadurch in den Sträuchern eine beklemmende Enge und ein Gefühl imminenter Gefahr, das es so selten in der Serie zu spüren gibt. Insbesondere auch, weil die Umgebung dies diktiert, während zum Beispiel beim wiederholten Aufeinandertreffen von Nick und dem Trio sämtliche Logik und Regie versagen. Dazu aber später mehr.

Die 2. Hälfte der Folge führt Nick (Frank Dillane) in die Steppe. Er ist durstig und sucht in einer witzigen Szene Genugtuung durch einen Kaktus, den er jedoch wieder erbricht. Er fällt ins Delirium, sucht verzweifelt nach Essen und einer Unterkunft, und kann an einem verlassenen Auto Schutz finden. In den drei Szenen, in denen er in den Schlaf fällt, zeigt uns die Fear the Walking Dead-Folge kurze Flashbacks in die Zeit, als Nick in der Entzugsklinik seine spätere Freundin (wir kennen sie, etwas blutiger, aus dem Piloten) trifft. Sie kann ihm nicht wirklich helfen, aber in den Gesprächen wird der tragische Bruch des Vaters, Stephen Clark, mit der Familie unter dem Nick so litt, klarer. Dass sein Vater während des dortigen Aufenthalts auch noch in einem Autounfall stirbt, macht die Dinge für ihn nicht einfacher. Die Flashbacks sind durchaus interessant. Sie ergeben keine unglaublich neuen oder erhellenden Einblicke in den Gemütszustand Nicks, aber die stören nicht und agieren als willkommene Abwechslung. Die Gegenwart mit einer so kaputten und emotional verheerenden Vergangenheit zu kontrastieren verdeutlicht nochmal die Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die für Nick in der Nachwelt existieren. Das Ende der Welt ist für ihn nicht unbedingt das Ende aller Dinge.

Als Nick aufwacht, wird er von einem Duo wilder Hunde angegriffen und am Bein verletzt, was seine Überlebenschancen erheblich verringert. Als eine kleine Gruppe Walker noch inmitten des Nichts auf ihn zusteuert, wagt er selbst den Sprung über die Grenze. Statt auf den eigenen Tod zu warten, begibt er sich erneut unter die lebenden Toten, lebt wie sie, frisst wie sie, kriecht wie sie, hört sie sogar in seinem Delirium mit ihm flüstern (Nein, liebe Comic-Leser, das ist tatsächlich nur alles in seinem Kopf). In gewisser Weise nutzt er die Zombies, um sich selbst gegen die Gleichgültigkeit der Natur zu schützen, aber auch als Waffe. Es ist nicht so, als würde er die Zombies steuern, aber er erhält immerhin doch Rache. Zwischenzeitlich rettet ihn eine Schießerei in der Ferne nach einem Stoßgebet. Der Moment ist zu kurz, um aussagekräftig zu sein, und bleibt doch hängen. Gibt es Gott in der Zombiewelt?

Lange Zeit darüber nachzudenken bleibt jedoch nicht. In der dämlichsten Szene seit ganzen Staffeln werden nämlich zwei der drei Widersacher von der Autobahn nun von den Zombies gefressen – wieso? Wer weiß das schon. Die Szene ist so schrecklich inszeniert, dass sie einem Faustschlag ins Gesicht des Zuschauers gleicht. Daniel Sackheim wird keine Schuld treffen können. Die armen Regisseure dieser Zombieserien müssen immer die Quotentoten einbinden, ob sie es wollen oder nicht. Ich stelle mir das immer kurios vor, wenn es an die Umsetzung dieser – auf dem Papier – gut klingenden Todesmomente geht. In Wahrheit würde eine Totale die Lächerlichkeit dieser vermeintlich spannenden Momente preisgeben. Wieso die Serie sich in einer so guten Folge selbst ins Bein schießt? Ich vermag es nicht zu sagen, aber die Entscheidung immer und immer wieder solche Szenen einbauen zu müssen, nur um den obligatorischen Haken auf der Liste der Wünsche vieler Zuschauer setzen zu können, ist schlicht falsch und macht die Serie ohne Ausnahme schlechter. Was in The Walking Dead immer wieder klar wird: Weniger ist mehr. Reduktion, nicht die Zombies, ist die wichtigste Waffe der Autoren und sie setzen sie viel zu selten ein. In einer ganzen Reihe an Comic-Ausgaben, mehr als ein gutes Dutzend, starb zum Beispiel kein einziger Zombie. Für die Serie ist das unvorstellbar.

Aber zurück zu den guten Aspekten der Folge. Nick fällt danach ins Koma und wird später nach dramatischer Katharsis im Regen (sogar sein T-Shirt ist nun wieder weißgewaschen!) von einer Gruppe gerettet, die ein sicheres Camp eingerichtet hat (Comic-Leser dürften das amerikanische Äquivalent schnell erkennen). Leider ist die Serie nun wieder dort angekommen. In einem Camp. Mit einer neuen Gruppe. Viele neue Figuren. Wird bestimmt alles prima ausgehen! Meh.

Nicks Reise durch das postapokalypstische Mexiko macht Grotesque aber zur vielleicht besten Folge der Serie. Seine Erfahrungen in der Wildnis, untermalt durch die Abwesenheit von Freunden, Familie und die zusätzliche Sprachbarriere, isolieren die mit Abstand interessanteste Figur. Seine ganz einzigartige Verbindung zu den Untoten, in Verbindung mit seinem Geschick und seiner schlauen Anpassung an die Umgebung, kann ganz wunderbare Momente herbeizaubern, die einem noch lange ins Gedächtnis bleiben werden müssen, wenn das Familiendrama nächste Woche wieder zurückkehrt. Ab und zu, alle Jubeljahre einmal, gibt uns das Universum eine gute Folge. Zweifelt nicht daran, dies ist eine.

Und Grotesque wird noch lange im Gedächtnis bleiben als eine Folge, die nach 7 Staffeln im TWD-Universum etwas Revolutionäres mit der Frage wagte: Könnte die Serie auch nur mit einem Hauptdarsteller, mit nur einem Handlungsstrang und ohne Familienkonflikt auskommen? Die Antwort ist nicht nur ein deutliches Ja. Die Serie wäre auch ungemein besser.

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Woman Trolls Some Sorry Stranger After a Text Claims "Your Boyfriend Made Me Pregnant"

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Absolutely ruthless.

On one hand you have a girl who is obviously in an emotional crisis and experiencing a life-altering moment. AND then you’ve got someone who has ran out of sh*ts to give. Was the trolling mean, YES. Was it necessary, NO.

But, seriously, the dude’s name was Sam. That’s practically an alley-oop for any internet troll.

*Not a single Supernatural meme was spared in the making of this heartless trolling

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