Meine Top 10 Videospiele 2015

Liebe Videospiele,

ich muss mich bei euch entschuldigen. Dieses Jahr haben wir aus diversen Gründen irgendwie nicht so richtig zueinander gefunden. Entweder lag es daran, dass ich erst jetzt zu Weihnachten die Möglichkeit habe, einige von euch zu spielen (PS4). Oder es ist der Zeit geschuldet, denn der Tag hat auch bei mir nur 24 Stunden und eine Folge Master of None ist kürzer und bequemer geguckt als eine Spielsitzung Anno 2205. Während ich also sehr viel Zeit für andere Medien hatte, seid ihr mir ein wenig zu kurz gekommen. Das machen wir im nächsten Jahr etwas anders, hoffe ich.

Euer Sascha
xoxo

downwell

10. Downwell

Kaum ein anderes Spiel hat mich in diesem Jahr persönlich so herausgefordert wie Downwell. Das Spiel ist sehr direkt und schnörkellos: Man fällt tatsächlich als nicht näher definierte Spielfigur im Pixellook einen bodenlosen Brunnen hinunter. Dabei begegnet man Kanten und schwebenden Ebenen, auf den man sich ausruhen kann – und Gegner, die einen berühren und töten wollen. Man wehrt sich gegen sie, in dem man nach unten schießt und neue Waffenmodifikationen aufnimmt. Das ist alles.

Downwell ist insofern fast der Zwilling zu DoodleJump; nur, dass es nach unten statt nach oben geht. Da das Spielprinzip sehr einfach zu beherrschen, aber schwer zu meistern ist, habe ich mich richtig in diesen Welten mit Geistern und Unterwasserlevels verloren. Der hohe Wiederspielwert rührt auch daher, dass es scheinbar so einfach ist, nach unten zu kommen. Wenn die Figur stirbt, gibt man sich selbst und der eigenen Ungeschicklichkeit die Schuld, niemals dem Spiel. Downwell wird mich noch einige Zeit ins neue Jahr begleiten.

besiege

9. Besiege

Besiege ist das erste wirklich gute LEGO Spiel. Statt den dänischen Bauklötzchen gibt es Holz, Metal und Räder, mit denen mittelalterliche Höllenmaschinen gebaut werden sollen, die nur einen Zweck erfüllen sollen: Das Dorf, die Burg oder die Scharfsherde niederzumähen/-brennen/-bomben. Dabei kann man so verdammt kreativ sein. Ich selbst habe meine Maschine nur ein paar mal umbauen müssen, um die Levels zu schaffen. Das war auch gut so, denn die Kameraführung fand ich schrecklich. Trotzdem gab es im vergangen Spielejahr kaum ein besseres Gefühl, als wenn die eigene Kreationen a) nicht zusammenbricht und b) tatsächlich eine Bombe werfen und das Dorf zerstören kann.

anno2205

8. Anno 2205

Ich bin ein großer und langjähriger Fan der Anno-Reihe. Anno 2205 ist mit Abstand mein Lieblingsspiel dieses Franchises. Das ist nicht nur unbedingt dem großartigen Science-Fiction-Setting geschuldet, sondern auch einer ganzen Reihe an bahnbrechenden Entwicklungen und kleinen Tweaks, die das Spielvergnügen für Anno-Casuals, die nicht komplett in die Tiefe des Handelssystems abtauchen wollen, immens gesteigert haben. Das fängt schon damit an, dass es keinen Dorfzentren mehr gibt. Halleluja! Jagoda Gadowski hat bei Superlevel einen sehr treffenden Artikel über die Neuerungen geschrieben und kommt zu einem Fazit, mit dem ich komplett übereinstimme: “Ein Spiel, das mir die Freude am Aufbau wiedergibt”.

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Dance Like You’re On The Radio

Was tut man heutzutage als aufstrebende Band, um den nächsten viralen Hit zu landen? Wenn man die Jungs der Band Comforter aus Austin fragt, dann engagiert man sich einen gutgelaunten Typen bei Craigslist für $25 und lässt ihn während den sonst relativ kühlen Aufnahmen einer Live-Performance im Radio wild umhertanzen. Victor Steele, so der Name des Tänzers, ist aber nicht der einzige Grund, sich das Video anzuschauen. Comforter haben zwar keinen wirklich super individuellen Sound, machen aber ingesamt sehr nette Mukke. (via)

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Meine Top 10 Trailer 2015

Runner-Ups: The Witch, Hail, Caesar!, Magic Mike XXL, The Hateful Eight, Midnight Special, Macbeth

10. Son Of Saul

Aus den YouTube-Kommentaren:

I heard an interview with Geza Rohrig tonight – he said he wanted his performance to generate ‘no tears’ because ‘crying makes one feel better’ instead he hoped it would feel like a ‘punch in the stomach’.

Mission accomplished.



Carol

Es fällt kein Wort. Und doch ist alles so klar. Wie in der Liebe.

8. High-Rise

So funktioniert ein Teaser. Oder ist das jetzt eher ein Viral? Egal, denn obwohl ich habe absolut keine Ahnung, worum sich dieser Film schlussendlich drehen wird, aber ich will ihn unbedingt sehen.

7. The Revenant

Böse Zunge mutmaßen, dass Leonardo DiCaprio in knapp zwei Monaten womöglich seinen ersten Oscar erhalten wird, weil er gut grunzen und im Dreck rumkrabbeln kann. Mir ist solche Schmähkritik und Spekulation völlig egal. Sollte der Film nur halb so mitreißend sein wie dieser wunderschön geschnittene Trailer, kann ich mich köstlich unterhalten wissen.

6. Steve Jobs

This: “Ab der ersten Sekunde dominiert ein unbändiges Treiben, unterbrochen Aaron Sorkins gestochen scharfen Dialogen. Das Tempo gleicht bereits dem Staccato-Stil des späteren Film und wird nicht zuletzt vom Trampeln und Klatschen unzähliger Menschen ins unendliche potenziert. Etwas Großes passiert, etwas Ungeheuerliches. Sobald Steve Jobs die Bühne betritt, wird er die Welt verändern – doch genau in diesem Punkt reißen Bild und Ton. Welch Ironie: Der gesamte Trailer arbeitet auf einen Augenblick hin, den uns letzten Endes auch der Film vorenthalten hat. Drei Mal. Verändert hat sich die Welt trotzdem. Drei Mal.” – Kamerakind Matthias

5. Roar

ROAR!

4. Star Wars: Rogue One

Es ist völlig unverständlich, wieso Disney diesen Teaser noch nicht in glorreichem HD veröffentlicht hat. Immerhin ist die Marketingvereinbarung bezüglich Rogue Nation mit Paramount nicht mehr notwendig und The Force Awakens jetzt schon knapp zwei Wochen im Kino. Wie auch immer. Dieser Teaser hat mich völlig weggeblasen. Nach The Force Awakens habe ich eigentlich maximale Unlust auf eine erneute Story um einen Todesstern, aber ich weiß ja auch, dass es sich um die Pläne – nicht die direkte Zerstörung – drehen wird. Daher konzentriert sich der Film auch schon eher auf den Spannungsaufgbau und dem Schaffen einer bedrohlichen Stimmung für die scheinbar aussichtslose Mission der Rebellen. Fans der Filme werden wissen, dass TIE-Fighter keinen Hyperraumantrieb besitzen. Daher muss sich wohl eine Basis in der Nähe befinden. Doch dann: Bäm! Wie der Todesstern quasi die ganze Zeit am Horizont zu sehen ist und erst gegen Ende in seiner ganzen Masse erkennbar wird, hat total genial. Besser kann man den Film nicht anteasern.

3. Anomalisa

Ich mag diesen Kontrast zwischen dem auditiven Existentialismus und dem visuellen Stop-Motion-Spiel. Am Ende fühlt man sich verstanden und hoffnungsvoll. Dank einer Puppe.

2. Victoria

Ich habe bereits gestern bei der Zusammenstellung der besten Filmmomente des Jahres deutlich betont, wie enorm wichtig ich Nils Frahms Musik für den Erfolg von Victoria erachte. Daher präsentiert sein sensibles Klavierspiel in diesem inoffiziellen Teaser von Frahms Label die Geschichte um Victoria und ihre neuen Berliner Freunde wesentlich besser, als die offiziellen Trailer, die sehr auf Technomusik und den Rausch des Films setzen. Nicht unbedingt falsch, aber mich spricht dieser Trailer hier deutlich mehr an.

1. Star Wars: The Force Awakens

Wer auch immer die Trailer zu The Force Awakens geschnitten hat, verdient eine eigene Oscar-Kategorie, die er dieses Jahr konkurrenzlos gewinnen würde. Vielleicht ist es diesen höchst ikonischen Trailern geschuldet, dass ich vom eigentlichen Film so enttäuscht war. Es fällt schon verdammt schwer, den eigenen Hype-Pegel ab 1:10 in gemäßigten Dimension zu lassen. #DatSoundMix

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Die besten Filmmomente 2015

Mir hat es im letzten Jahr großen Spaß bereitet, meine Lieblingsmomente aus Filmen zusammenzustellen und genau aus diesem Grund werde ich deshalb auch dieses Jahr wieder eine kleine Übersicht erstellen. Mit dem “Moment” im Titel ist bewusst ein Begriff gewählt worden, der sehr offen interpretiert werden kann, da sowohl längere Sequenzen, einzelne Szenen oder auch manchmal eigentlich nur eine Einstellung gemeint sein können.

Fantastic Four – Dr. Dooms Scanners Szene

Josh Trank kann einem schon ein bisschen leid tun. Ganz unschuldig an dem Fiasko ist er natürlich nicht, aber was am Ende mit seinem Film gemacht wurde, ist sehr schade. Fox hat Fantastic Four schnell produziert, bevor die Lizenz zurück an Marvel Studios gegangen wäre und dann hat man eben auf den vielversprechenden Regisseur von Chronicle gesetzt, ohne sich wirklich für seine Vision zu interessieren. Während Fox eine typische Origin Story wollte, um die erste Superheldenfamilie der Comic-Geschichte später mit den X-Men zu einem Avengers-mäßigen Eventfilm zu kombinieren, wollte Trank im Film herausfinden, was es wirklich für einen Menschen bedeuten würde, wenn er zum Beispiel plötzlich in Flammen steht.

So richtig geglückt ist das ihm nicht. Und spätestens ab der Mitte des Films, nach dem Unfall, gibt es einen richtigen Bruch in dem bis dahin sehr vielversprechenden Plot, der fortan zu einem Haudrauf-Finale ohne Sinn führt. Ab und an blitzt jedoch Tranks originale Vision durch, wie hier in diesem Scanners-Moment, als Dr. Doom aus der Basis ausbricht und Köpfe zum Platzen bringt. Cronenberg und body horror sind im Film auch vorhanden, aber im Blockbusterkino von 2015 ist für solche kreativen Ansätze kaum noch Platz. Schade.

The Force Awakens – BB-8s Daumen Hoch

BB-8 ist so süß. Es gibt wirklich viel zu kritisieren an The Force Awakens, aber BB-8 ist nicht nur ein technologisches Wunderwerk, sondern auch eine Figur mit Herz, Identität und Charakter. Wie er sich zwischen Rey und Finn kurzzeitig nicht entscheiden kann, ist einfach herrlich. Ebenso schön ist, dass man sich nicht so wirklich hundertprozentig sicher sein kann, ob seine Flamme jetzt ein “Daumen hoch” oder eher der Stinkefinger war. Die Szene gibt es natürlich noch nicht online (nur abgefilmt), weshalb ich sie einfach mal nachgemalt habe. Malen soll ja therapeutisch sein.

bb-8 gemälde

Steve Jobs – Woz and Steve

Eigentlich wäre meine Lieblingszene wohl die, in der Steve Jobs mit seiner Assisstentin in einem langen Gang steht, die Kamera zurückfährt und die Wand hinter Jobs seinen Monolog mit Motiven der Saturn V Raketen und diversen anderen Dingen verbildlicht. Der Clip ist aber ebenfalls noch nicht online, weshalb ich mich für meinen zweiten Lieblingsmoment des Films entscheiden muss. Eigentlich finde ich die Diskussion von Jobs und Apple CEO John Sculley im Jahr 1988 kurz vor der Präsentation des NeXTcubes auch sehr gut, da sie völlig mühelos und stringent eine Argumentation über mehrere Orte und Zeiten präsentiert, aber Seth Rogen als Woz gefiel mir noch ein Stück besser. Rogens Figuren haben immer eine sehr aufrichtige Verletzlichkeit, die nie überdreht oder unpassend wirkt. Seine unglaubliche Wut auf Jobs, ohne ihm jedoch die Freundschaft zu kündigen, ist eine Eigenschaft, die ich sehr gut nachvollziehen kann.

The Martian – End Credits

Ebenfalls noch nicht online. Ich liebe Disco-Musik und “Love Train” von The O Jays gehört seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingssongs. Der Song passt perfekt zu Message des Films. Natürlich ist das alles recht simpel und auch dick aufgetragen, aber wenn die Intention gutmütig und der Punkt unterstützenswert ist, kann ich da gerne drüber hinwegsehen. Bei der NASA und dem hier zelebrierten Fortschrittsglauben geht das klar.

Ex Machina – Get Down Saturday Night

Pure Liebe. Kam für mich völlig unerwartet und passt dennoch so großartig in den Film und zu der Figur.

Magic Mike – I Want It That Way

Magic Mike ist ein Film, in dem im Grund nichts auf dem Spiel steht. Es gibt keine wirklichen Risikos, die Jungs kommen einfach für eine letzte Show zusammen und wollen ihr Bestes geben, sodass sich die Ladies gut unterhalten fühlen. Das gelingt ihnen am Ende natürlich, aber der vielleicht spannendste Moment – mit den größten stakes – findet zu Beginn des Films in dieser Tankstelle statt. Dort muss Big Dick Richie die Kassenwärtin zum Lachen bringen und ihr mit seiner Darbietung den Tag versüßen. Und, achja, genau: Er tanzt zu “I Want It That Way” von den Backstreet Boys. Fantastisch.

Bone Tomahawk – Cannibal Splitting

Von dieser Szene gibt es ebenfalls noch kein Video auf Youtube und vielleicht ist das auch besser. Bone Tomahawk wird nun als Kannibalwestern geführt und während das nicht grundlegend falsch ist, würde ich es kritisieren, dass der “Twist” so früh verraten wird. Natürlich ist von Beginn an klar, dass die hartgesottenen Grenzbewohner es mit verrückten Wilden zu tun haben, die die Weißen verspeisen – aber es ist noch nicht so wirklich klar, wie krass diese Ureinwohner dann tatsächlich drauf sind. Das wird dann auch erst klar, wenn es zu spät ist: Der einzige noch junge und körperlich fähige Mann der Gruppe wird vor den Augen der anderen erst skalpiert (Sein Skalp wird ihm dann in den Mund gestopft) und dann kopfüber aufgehängt, sodass man ihm dann zunächst mit der Axt in die Weichteile hauen kann, um ihn dann von unten nach oben bei Bewusstseit zu zweiteilen. Dieser Schock durch diese hyper-violence, die selbst in dem Kontext so unerwartet kam, gehört definitiv in diese Liste.

Mission Impossible: Rogue Nation – Opernhaus

Matthias hat dazu bereits alles geschrieben, was ich auch sagen würde und es dazu noch viel besser formuliert.

It Follows – Opening Scene

Sehr hübsch, da hier schon alles drin ist: Die schwindelerregende Kameradrehung, eine weibliche und leicht bekleidete Figur sowie das Unverständnis der Beobachter. Ich liebe den Moment, als die Tür off-screen ein zweites Mal geöffnet wird.

Für die New York Times hat Regisseur David Robert Mitchell in diesem kleinen Video-Essay ein paar Worte zu der Eröffnungszene verloren.

A Most Violent Year – Verfolgungsjagd

Oscar Isaac kämpft sich in A Most Violent Year mit seinem Öl-Unternehmen in den Achtzigern nach oben. Seine Figur, Abel Morales, wird dabei mehrfach mit der Frage konfrontiert, inwieweit es sich denn überhaupt noch lohnt, sich ans Gesetz zu halten und den ehrenwerten Weg nach oben zu suchen. So werden mehrfach große Mafia-Filme wie The Godfather angerissen, aber dann ganz subtil unterwandert. Kurz vor Schluss kann Abel endlich einen der Diebe seiner Heizöltransporte bei frischer Tat ertappen und verfolgen. JC Chandler verzichtet bei der insgesamt knapp zehnminütigen Sequenz fast gänzlich auf Musik und betont dafür mehr die Motorengeräusche, Schritte oder die schnelle Atemfolge seines Protagonisten. Die Verfolgsjagd überzeugt nicht durch irgendwelche großen Actioneinlagen à la Hollywood. Realismus an sich ist kein notwendiges Kriterium für eine solide Verfolgungsjagd, aber die Normalität mit der die Autos durch irgendwelche Hinterhöfe Brooklyns ist wesentlich fesselnder als irgendwelche Explosionen. Es ist der Wettkampf zweier Männer, der durch Hartnäckigkeit gewonnen wird und so Abels gesamten Konflikt hier im Kleinen repräsentiert.

Sicario – Soldaten aus der Dunkelheit

Roger fucking Deakins.

sicario deakins shot

The Guest – Haunted By Your Soul

Bis zu dieser Szene könnte man noch denken, dass sich Dan Stevens “David” weiterhin sehr liebevoll um die Familie kümmern wird und vielleicht mit der Tochter zusammenkommt . Sie will das definitiv. Doch der Schwenk am Ende der Szene zu Stevens, der zu “Haunted When The Minutes Drag” von Love & Rockets verstört aus dem Fenster starrt, markiert einen Einschnitt in die bis dato so rührselige Geschichte.

Whiplash – Das letzte Konzert

Der Schnitt, das Schauspiel, etc. Einfach alles kommt hier für den Höhepunkt des Films zusammen. Nachdem ihn sein ehemaliger Lehrer vor der gesamten Musikszene New Yorks blamiert hat und er dadurch Andrews Zukunftschancen gänzlich vernichtet hat, nimmt der Schüler Rache mit einem fünfminütigen Schlagzeugsolo. Diese Schlussszene ist äußerst ambivalent. Was vielleicht von manchen nur als Trotz angesehen könnte, vermag auch gut und gerne ein letztes Solo-Tribute an seine nun verstorbenen Zukunftschancen sein. Vielleicht mag er es allen noch einmal beweisen und sich verausgaben; allen zeigen, was er wirklich drauf hat. Ich glaube, dass es eine Mischung aus allem ist, aber Andrews größte Motivation ist für mich immer noch die Zustimmung seines früheren Lehrers ist. Andrews Qualen kulminieren in einer Einstellung, die uns sogar das wichtigste verbergen: J.K. Simmons Lächeln, das er Andrew kurz vor dem Abschluss des Stückes gibt. Andrew schaut erleichtert und gibt sein Bestes für das Finale. Andrews Spiel ist beeindruckend und atemberaubend. Wir aber dürfen das Grinsen gar nicht sehen, sollen es nicht sehen. Der Zuschauer soll ich gar nicht in dieser persönlichen Bestätigung verlieren, sondern erschrocken feststellen, dass Andrew für immer in dieser Schülerrolle gefangen bleibt. Er hat sich in seiner Obsession selbst verloren. Er funktioniert nur durch und mit Fletchers Zustimmung. Andrew gewinnt und verliert. Man kann das bestimmt noch mehr zu schreiben.

Jurassic World – Raptor Chase & Wide Shot des Parks

Zwei glorreiche Momente aus Jurassic World: Chris Pratt reitet mit den Raptoren durch den Dschungel und die erste Großaufnahme des Parks, bei der Regisseur Trevorrow aus einem Hotelzimmer über die Anlage und den See zu den Attraktionen des Parks schwebt und dem Zuschauer etwas wahrhaftig Neues bietet: The park is fucking open.

Victoria – Nils Frahm

Es gibt zwei Momente, in denen Sebastian Schipper seinem Komponisten Victoria gänzlich überlässt. Da ich mich im Vorfeld so gut wie möglich von Trailern und Berichten über den Film fernhielt, wusste ich nicht einmal, dass Frahm die Musik beisteuern würde – geschweigedenn, dass ein so realer One-Take-Film einen Score haben würde. Als Sonne zusammen mit Victoria in den Vorhof einbiegt und die Gruppe sich auf den Weg zum Dach begibt, verleiht Frahm dieser Alltäglichkeit eine traurige, melancholische Note, die sowohl die späteren Ereignisse des Filmes ahnen lässt und gleichzeitig die Vergänglichkeit und die Besonderheit dieses spätjugendlichen Abenteuers betont.

Später wird bei der Party im Club erneut Frahms Musik in den Mittelpunkt gerückt. Dort wird die Feier über den erfolgreichen Banküberfall und die aufkeimende, zärtliche Liebe zwischen Victoria und Sonne noch einmal betont. Gleichzeitig wird aber auch durch das Stück “Them” hier schon die Zerbrechlichkeit dieses Moments bewusst gemacht. Dann ist er vorüber. Und das Ende beginnt.


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Science Sunday #29: First SpaceX Falcon 9 Landing

SpaceX hat am 21. Dezember 2015 Geschichte geschrieben. Der Moment war nach den letzten knappen Fehlschlägen bereits abzusehen, nun ist es endlich gelungen: Die Falcon 9 Rakete konnte nach ihrem Start und dem Abliefern der Ladung im Low Earth Orbit wieder erfolgreich und sicher auf einer Plattform in Cape Canaveral landen. Der nächste Schritt, so SpaceX CEO Elon Musk, soll dann sein, die Falcon 9 nach der Landung erneut starten zu lassen. Das ist ein riesiger Schritt in Sachen Wiederverwendbarkeit der Raumfahrt.

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