Haben Sie schon… Star Wars: TIE Fighter gespielt?

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Haben Sie schon gespielt? ist ein endloser Strom von Videospiel-Empfehlungen. Eine pro Woche, jede Woche des Jahres, vielleicht für immer.

Wenn die Antwort auf die Frage in der Überschrift „nein“ lautet, bestand viele Jahre lang die einzige Möglichkeit, etwas daran zu ändern, darin, sich das Spiel mehr oder weniger illegal zu beschaffen oder das Glück zu haben, es auf einem Flohmarkt zu finden. Das änderte sich in dieser Woche, denn nun gelang es GoG, einen große Fisch an Land zu ziehen: man darf eine Reihe von LucasArts PC-Spielen aus den 90-ern wiederveröffentlichen. Zu diesen zählt auch TIE Fighter, die Weltraumkampfsimulation – sie war für ihre Zeit sehr ambitioniert -, die den Spieler in den Helm eines Star Wars Bösewichts steckte.
TIE Fighter lässt sein Alter deutlich erkennen. Es wirkt karg und langsam und den Missionsstrukturen mangelt es an Dynamik. Es wartet allerdings mit ein paar Besonderheiten auf – einer sauberen Schlichtheit des Nutzerinterface, das geradezu Star Wars schreit, und einem galaktischen Heroismus/Bösartigkeit anstatt reiner Nützlichkeit und Videospielartigkeit. Ich möchte damit wohl sagen, dass TIE Fighter für sein Alter mehr als hübsch ist.

Es ist außerdem wichtig, den Versuch zu machen, dieses Spiel durch die Linse seiner Zeit zu sehen: Star Wars hatte noch nicht sein großes Comeback – es erfolgte Ende der 90-er – gefeiert und sich noch nicht für eine Generation junger Männer und Frauen von einem Film aus der Kindheit oder Jugend, an den man sich gerne erinnert, in eine Beinahe-Religion verwandelt. TIE Fighter einfach und mutig die Lücken, anstatt die Grenzen zu erweitern, und arbeitete mit dem, was bereits existierte, um die Spieler erleben zu lassen, wie es sich anfühlt, ein Bösewicht in einem dieser eigenwillig aussehenden Bösewicht-Schiffen zu sein, an die wir uns gerne erinnern.

Das vermisse ich. Ich vermisse die Zeit, da man sich auf ein neues Star Wars Produkt noch freuen konnte, weil es mehr war als ein bloßer Versuch, noch mehr Geld aus diesem Universum herauszuquetschen.

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Ex Hex: Rips (Albumkritik)

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Ex Hex: Rips (Merge)

Die aus Washington DC stammende Alt-Rock-Spitzenmusikerin Mary Timony geht seit einigen Jahrzehnten mit viel Stil auf die Ohren der Hörer los, zuvor mit Helium, Autoclave und Wild Flag, nun mit Ex Hex, deren Hit-auf-Hit-Debütalbum wahnsinnig viel Spaß macht – es muss das Luftgitarre-Album des Jahres sein. Schlagzeugerin Laura Harris und Bassistin Betsy Wright bilden mit Timony ein Powertrio, das fest entschlossen zu sein scheint, einige der beständigen Vergnügen des Rock zu zelebrieren und einer Frischzellenkur zu unterziehen: hier werden 12 prägnante, temporeiche, an Riff reihe Perlen geboten, voll mit knurrender Widerrede und schamlosen, herrlichen Gitarrensoli. Ex Hex sind irgendwo in der Nähe der Mitte eines Go-gos/Ramones/Sleater-Kinney Venndiagramms positioniert und gesellen sich zu modernen Power-Pop-Assen wie Warm Soda, the Love Triangle und Sheer Mag, die allesamt in den letzten Jahren Songs veröffentlichten, die man unbegrenzt oft hören kann und die von Rechts wegen Hits sein müssten. Vom Scheppern vonBeast“ über de glänzenden Refrain von „How You Got That Girl“ bis hin zu „New Kid“ mit seinen Pick-Slides und Turbosoli – diese Sogs werden in Ihren Ohren noch widerhallen, wenn die schlanken, bösen 35 Minuten Spielzeit von Rips schon lange vorüber sind. Und das wird Ihnen gefallen.

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